* 27. Dezember 1957 † 24. Dezember 2025
Ein Begleiter, eine Brücke, ein Maßstab
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Theo Christiansen, unserem Vorstandsmitglied der Stiftung Dialoge & Begegnungen. Sein Tod hinterlässt eine tiefe Lücke, fachlich, menschlich und in der inneren Architektur unserer gemeinsamen Stiftungsarbeit.
Theo war nie jemand, der sich in den Vordergrund stellte. Und doch hat er entscheidend geprägt, wie in der Stiftung Dialoge & Begegnungen gedacht, gesprochen und gehandelt wird. Als Vorstandsmitglied wirkte er über viele Jahre und von Anfang an an der inhaltlichen und ethischen Ausrichtung der Stiftung mit. In zahlreichen Gesprächen mit dem Stifter trug Theo maßgeblich zur Entwicklung des Stiftungszwecks bei. Er half, aus guten Absichten eine tragfähige Orientierung zu formen. Er stellte Fragen, die nicht drängten, sondern klärten. Damit stärkte er die Arbeit der Stiftung in einer Weise, die über einzelne Projekte und Entscheidungen hinausging.
Für die Stiftung war Theo zugleich eine wichtige Brücke zu ihrem Ankerprojekt „Wi.e.dersprechen“ (Ferien vom Krieg). Er verstand dieses Projekt nicht nur organisatorisch, sondern auch in seinem Kern: als gelebter Ausdruck des Stiftungsanliegens, jungen Menschen Räume der Erholung, der Begegnung und des Perspektivwechsels zu eröffnen. Für Theo war das Projekt eine konkrete menschliche Antwort auf das, was Krieg in Biografien und Familien anrichtet. Zugleich verkörpert es das, wofür Dialoge & Begegnungen steht: Bildung, Toleranz und internationale Verständigung zu fördern sowie Diskriminierungen rassistischer, ethnischer, kultureller und religiöser Art aufzudecken, einzudämmen und zu ächten.
Besonders berührend war Theos Fähigkeit, Differenzen nicht zu glätten, sondern fruchtbar zu machen. Mit unserem Stifter, einem überzeugten Atheisten, führte er intensive theologische Gespräche. Nicht als Bekehrung, nicht als Abgrenzung, sondern als echter Dialog. Gespräche über Schuld und Würde, über Hoffnung, Verantwortung und die Frage, was Menschen trägt. Diese Gespräche prägten das geistige Fundament der Stiftung auf stille, aber nachhaltige Weise. Theo fand Worte für das, was viele empfinden, aber nur selten präzise ausdrücken können.
Wer Theo erlebt hat, erinnert sich an seine Verlässlichkeit und seine Haltung. Klar in der Sache, respektvoll im Umgang, zugewandt in der Begegnung. Er verband analytische Schärfe mit menschlicher Wärme. Für die Stiftung war er damit nicht nur ein Ratgeber, sondern ein Maßstab. Vor allem aber war Theo ein zutiefst liebenswerter und besonderer Mensch.
Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten seiner Familie, seinen Freundinnen und Freunden sowie allen Weggefährtinnen und Weggefährten. Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit, für Theos Rat, seine Integrität und seine stille Kraft. Dialoge & Begegnungen wird das, was Theo mitgetragen und mitgeprägt hat, im Sinne seines Wirkens weiterführen. Wir werden ihn mit Achtung und Dankbarkeit in Erinnerung behalten.
Hamburg, im Januar 2026
Mark Klimsa
Alexandra P. Steinert
Hanne-Margret Birckenbach
