Die Aktivitäten der Stiftung Dialoge & Begegnungen im Jahr 2025
Einführung
Das Jahr 2025 war weiterhin von Kriegen, geopolitischen Spannungen und einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung geprägt. Der anhaltende Krieg gegen die Ukraine und die dramatische Situation im Nahen Osten zeigen, wie fragil Frieden und internationale Verständigung sind. Gleichzeitig werden auch innerhalb unserer Gesellschaft unterschiedliche politische und kulturelle Positionen zunehmend als Gegensätze wahrgenommen.
Gerade in einem solchen Umfeld gewinnen interkultureller Dialog, persönliche Begegnung und zivilgesellschaftliche Friedensarbeit an Bedeutung. Dialog bedeutet dabei nicht, Unterschiede aufzulösen, sondern andere Perspektiven wahrzunehmen, miteinander im Gespräch zu bleiben und gegenseitiges Verständnis zu ermöglichen.
Die Stiftung Dialoge und Begegnungen sieht darin ihre zentrale Aufgabe. Auch 2025 unterstützte sie deshalb Projekte, die Menschen über kulturelle, gesellschaftliche und politische Konfliktlinien hinweg zusammenbringen und damit einen konkreten Beitrag zu Verständigung und friedlichem Miteinander leisten.
Tätigkeiten des zurückliegenden Jahres
Wir verfügen weiterhin über eine solide Vermögens- und Finanzlage. Zum Jahresende 2025 belief sich die Bilanzsumme auf rund 1,35 Mio. Euro. Den wesentlichen Teil des Stiftungsvermögens bilden Wertpapiere mit einem Bestand von rund 1,23 Mio. Euro. Hinzu kommen Kontoguthaben von rund 83 TEUR.
Der Beteiligungsbereich blieb mit rund 70 TEUR gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die dort gehaltenen Beteiligungen sind inzwischen weitgehend wertbereinigt, sodass aus diesem Bereich nur noch ein begrenztes zusätzliches Abwertungsrisiko besteht.
Besonders positiv entwickelte sich die Umschichtungsrücklage. Nachdem diese im Vorjahr noch mit rund –19 TEUR negativ war, konnte sie im Geschäftsjahr 2025 auf rund 43 TEUR verbessert werden. Damit steht der Stiftung wieder ein solider Puffer zur Verfügung, um mögliche zukünftige Wertverluste des Kapitalstocks aufzufangen.
Das Geschäftsjahr 2025 schloss mit einem Jahresüberschuss von rund 42 TEUR ab. Die freien Rücklagen wurden leicht erhöht und belaufen sich zum Jahresende auf rund 73 TEUR. Sie stärken die finanzielle Flexibilität der Stiftung und schaffen zusätzlichen Handlungsspielraum für die zukünftige Stiftungsarbeit.
Über die bilanzierten Werte hinaus hat sich die wirtschaftliche Vermögenslage nochmals deutlich verbessert. Durch die positive Wertentwicklung der Kapitalanlagen konnten die im Kapitalstock vorhandenen stillen Reserven weiter erheblich ausgebaut werden. Diese Wertzuwächse sind im bilanziellen Ergebnis nicht enthalten, erhöhen jedoch die wirtschaftliche Substanz und Risikotragfähigkeit der Stiftung.
Insgesamt verfügt die Stiftung damit zum Jahresende 2025 über eine stabile Vermögensbasis, ausreichende Liquidität und deutlich gestärkte Reserven. Die Voraussetzungen für den langfristigen Erhalt des Stiftungsvermögens und eine verlässliche Fortführung der Förderaktivitäten sind damit weiterhin gegeben.
Förderarbeit und Projekte
Die Stiftung setzte ihre Fördertätigkeit im Jahr 2025 gezielt in den Bereichen Friedensarbeit, interkultureller Dialog und gesellschaftliche Verständigung fort. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 38 TEUR für drei Projekte zur Verfügung gestellt.
Mit 20 TEUR wurde das Projekt „FIT – Frauen im Trialog über den Krieg gegen die Ukraine“ von OWEN e.V. unterstützt. Das Projekt schafft einen Dialograum für Frauen aus der Ukraine, Russland und Deutschland. Im Mittelpunkt stehen der Austausch über die Folgen des Krieges, die Auseinandersetzung mit möglichen Friedensperspektiven sowie die Stärkung der Teilnehmerinnen in ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement. Neben den eigentlichen Dialogtreffen werden Kenntnisse zu Völkerrecht und Friedensverhandlungen vermittelt sowie eigene Initiativen der Teilnehmerinnen unterstützt. Besonders erfreulich ist, dass die Stiftung für dieses Projekt zusätzlich 10 TEUR an projektbezogenen Spenden akquirieren konnte.
Weitere 10 TEUR flossen an Wi(e)dersprechen für die Friedensarbeit im ehemaligen Jugoslawien. Gefördert wurden Begegnungs- und Dialogformate für Jugendliche aus Bosnien und Herzegowina, Serbien und Kroatien. Zentrales Element ist die Arbeit im Netzwerk „Youth United in Peace“. Im Rahmen von Friedenscamps und weiteren Begegnungsformaten kommen junge Menschen über ethnische und nationale Grenzen hinweg zusammen. Die Programme zielen darauf ab, Vorurteile abzubauen, unterschiedliche Lebenswirklichkeiten kennenzulernen und die Jugendlichen zu einem längerfristigen Engagement für Frieden und Verständigung zu ermutigen.
Mit weiteren 8 TEUR unterstützte die Stiftung Peace for Future. Die Förderung ergänzt das Engagement der Stiftung im Bereich der Friedens- und Dialogarbeit und trägt dazu bei, insbesondere junge Menschen für eine aktive Auseinandersetzung mit Frieden, konstruktiver Konfliktbearbeitung und gesellschaftlicher Verständigung zu gewinnen.
Das Gesamtvolumen der Förderungen belief sich im Jahr 2025 auf 38 TEUR. Die Stiftung konzentrierte ihre verfügbaren Fördermittel damit bewusst auf wenige ausgewählte Projekte, die unterschiedliche Ansätze der Friedensarbeit miteinander verbinden, vom unmittelbaren Dialog zwischen Menschen aus Konfliktgesellschaften über internationale Jugendbegegnungen bis hin zur friedenspädagogischen Arbeit.
Im Jahr 2026 wird die Stiftung Dialoge und Begegnungen ihre Friedens- und Dialogarbeit fortsetzen und zugleich wieder einen stärkeren Schwerpunkt auf zivilgesellschaftliche Dialogangebote in Deutschland legen. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und kontrovers geführter Debatten sieht die Stiftung einen wachsenden Bedarf an Räumen, in denen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Positionen miteinander ins Gespräch kommen können. Im Mittelpunkt sollen daher insbesondere Formate stehen, die Dialogfähigkeit stärken, gesellschaftliche Verständigung fördern und Begegnungen über bestehende Konfliktlinien hinweg ermöglichen.
FörderarStiftungsorganisationbeit und Projekte
Der Jahresabschluss der Stiftung zum 31. Dezember 2025 wurde unter Beachtung der für die Stiftung geltenden gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben erstellt. Die Vermögens-, Ertrags- und Mittelverwendungssituation der Stiftung wurde entsprechend dokumentiert und die zweckentsprechende Verwendung der verfügbaren Mittel berücksichtigt.
Die Stiftung verfügt zum Jahresende über eine solide Vermögensbasis, ausreichende Liquidität und eine komfortable Rücklagensituation. Damit sind sowohl die dauerhafte Erhaltung des Stiftungsvermögens als auch die Voraussetzungen für die nachhaltige Erfüllung des Stiftungszwecks gewährleistet.
Hamburg, 13. Oktober 2026
gez. Mark Klimsa
